
Mach´s gut, kleiner Federbettpirat ist der Titel eines Bilderbuches,
das dem eher selten behandelten Thema Krankheit zuzuordnen ist. Dennoch
schildert die Geschichte nicht den traurigen Verlauf einer schweren
Krankheit, sondern besetzt das Thema positiv. Ein kranker Junge bekommt ein
Fernrohr geschenkt und sieht damit, Kraft seiner Phantasie, reale und
phantastische Bilder.
Das Fernrohr ist nur Mittel, um seine Phantasie anzuregen. Ohne das Krankenzimmer zu verlassen, nehmen die Träume des kranken Jungen auf der Bettdecke Gestalt an, lenken ihn ab und beziehen ihn sogar mit ein. Für eine positive Wende in der Geschichte sorgen schließlich freundliche Piraten, die dem Jungen den phantasievollen Namen "Federbettpirat" verpassen.
Das Lese-Angebot zu diesem Bilderbuch richtet sich an alle vier Jahrgänge einer Grundschule. Aus Rücksicht auf das unterschiedliche Entwicklungsniveau der jüngeren und der älteren Jahrgänge weichen die Lesungen deutlich voneinander ab. Ausnahmen sind Schulsysteme mit Jahrgangs- übergreifenden Klassen.
Bei den jüngeren Jahrgängen lasse ich mir vergleichsweise mehr Zeit beim Vorlesen und Zeigen der Bilder. Nach der Lesung fahre ich mit einem kleinen "Erinnerungsspiel" fort. Hierfür habe ich 14 kreisrunde Pappen vorbereitet, die einseitig mit Motiven aus der Geschichte überklebt sind.
Durch Abrufen der Motive werden die Pappen nach und nach an die Kinder verteilt. Anschließend wird die Geschichte noch einmal kurz aufgearbeitet. Die Kinder werden aktiv mit in die Lesung einbezogen. Hier reichen 45 Minuten völlig aus. Bei den älteren Jahrgängen steht die Lesung unter einem ganz anderen Aspekt. Über das Vorlesen des Buches hinaus erfahren die Kinder von seiner Entstehungsgeschichte. Die Entstehung eines Bilderbuches ist in der Regel arbeitsteilig. Jemand schreibt eine Geschichte, jemand anders malt die entsprechenden Bilder. In diesem Fall sind beide Aufgabenbereiche gebündelt, die Kinder haben die Gelegenheit, Informationen aus einer Quelle zu sammeln.
Da geht es ebenso um die Gestaltung des Umschlags wie auch um die Entscheidung bei der Auswahl des Titels oder um die Frage, welche Spuren die Lektorin im Buch hinterlassen hat. Die Kinder lernen unterschiedliche Textversionen kennen und erfahren, warum ich mich für die eine und nicht für die andere Version entschieden habe.
Skizzen, aber auch mitgebrachte Original-Illustrationen sind eine gute Unterscheidungshilfe im Hinblick auf das gedruckte Bild. Kinder kennen Bücher meist nur als fertiges Produkt. Sie haben keinerlei Vorstellung von Art und Umfang der Arbeit, die in einem Buchprojekt steckt.
Mein Lese-Angebot erschöpft sich also nicht nur im Vorlesen. Es ist erstaunlich, wie viel Gesprächsstoff auf der Grundlage eines Bilderbuches entstehen kann. Daher ist auch für die älteren Jahrgänge, die bereits mit umfangreicherer Lektüre vertraut sind, eine Lesung mit dem "Federbettpiraten" keineswegs uninteressant.
Aquarellfarben, Pinsel, Federn und andere Anschauungsmaterialien werden mitgebracht. Zu einer Lesung sollten nicht mehr als 50 bis max. 60 Kinder kommen!
Es ist vorteilhaft, einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem man mit Stühlen und / oder Bänken zu einem Halbkreis zusammenrücken kann.